Aktien und ETF Unterschiede und Tipps
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ETFs oder Aktien? Der Unterschied: Einfach erklärt

ETFs, Aktien, Depot, Sparplan, Dividende. Kaum beschäftigt man sich mit Geldanlage, prasseln gefühlt zwölf neue Begriffe gleichzeitig auf einen ein. Während andere ganz selbstverständlich diskutieren, ob sie lieber in einen Welt-ETF oder in einzelne Unternehmen investieren, denkst du vielleicht: Ich wäre schon froh, wenn mir jemand erklären könnte, was der Unterschied zwischen ETFs und Aktien überhaupt ist. Genau das machen wir jetzt, ohne Börsenchinesisch, ohne die Erwartung, dass du vorher drei Finanzbücher gelesen hast, und ohne das Gefühl, du hättest dich eigentlich schon vor zehn Jahren damit beschäftigen müssen.

Die wichtigste Antwort vorweg: Mit einer Aktie investierst du in ein einzelnes Unternehmen. Mit einem Aktien-ETF investierst du gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen. Das ist der entscheidende Unterschied, auch wenn dahinter noch ein paar Feinheiten stecken, die sich lohnen zu kennen, bevor dein erstes Geld in die Börse fließt.

Dieser Artikel ist allgemeine Information und keine individuelle Anlageberatung. Geldanlagen an der Börse schwanken im Wert, deshalb solltest du nur Geld investieren, auf das du langfristig verzichten kannst.

Der Unterschied an einem einfachen Beispiel

Stell dir vor, du möchtest Äpfel kaufen. Bei einer einzelnen Aktie entscheidest du dich für genau einen Apfelbaum, in der Hoffnung, dass er gesund bleibt, viele Früchte trägt und mit den Jahren wertvoller wird. Vielleicht hast du Glück. Vielleicht wird er aber auch krank oder geht ganz ein. Bei einem breit gestreuten Aktien-ETF kaufst du dagegen keinen einzelnen Baum, sondern einen kleinen Anteil an einer riesigen Obstplantage mit Hunderten oder Tausenden Bäumen. Manche wachsen prächtig, andere weniger gut, und ein paar gehen vielleicht sogar ein, aber du hängst nie an einem einzigen Baum. Genau dieses Prinzip nennt man Risikostreuung oder Diversifikation.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein breit aufgestellter ETF je nach Index mehrere Tausend Aktien aus unterschiedlichen Ländern enthalten kann, eine Streuung, die private Anlegerinnen und Anleger mit Einzelaktien kaum und nur mit deutlich höheren Kosten erreichen könnten.

Was ist eine Aktie eigentlich?

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Kaufst du eine Aktie, wirst du zu einem winzigen Teil Miteigentümerin oder Miteigentümer der Aktiengesellschaft, zumindest rechtlich gesehen, auch wenn du im Vorstandsbüro natürlich nicht plötzlich die Zimmerpflanzen umräumen darfst.

Mit Aktien kannst du auf zwei Arten Rendite erzielen. Zum einen kann der Kurs steigen. Du kaufst zum Beispiel für 50 Euro und verkaufst später für 80 Euro, dann bleiben dir vor Steuern und Kosten 30 Euro Gewinn. Der Kurs kann aber genauso gut fallen. Zum anderen kann das Unternehmen eine Dividende zahlen, also einen Teil seines Gewinns an die Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten. Garantiert ist das allerdings nie, denn Unternehmen können die Dividende jederzeit kürzen oder ganz streichen. Auch die BaFin beschreibt Aktien als Unternehmensbeteiligung, bei der Gewinne durch steigende Kurse und Dividenden entstehen können, während gleichzeitig das Risiko fallender Kurse besteht.

Warum Aktienkurse überhaupt schwanken, lässt sich einfach erklären: Ein Kurs entsteht durch Angebot und Nachfrage, beeinflusst von Unternehmensgewinnen, Zukunftserwartungen, neuen Produkten, politischen Entscheidungen, Zinsen, Konkurrenz oder einfach der allgemeinen Stimmung an der Börse. Ein Unternehmen, das heute erfolgreich ist, muss das nicht automatisch in zehn Jahren noch sein. Man muss nur an Marken denken, die früher jeder kannte und die heute kaum noch eine Rolle spielen.

Eine Aktie kann sogar komplett wertlos werden. Wird ein Unternehmen insolvent, kann der Kurs bis auf null fallen, sodass bei einer einzelnen Aktie ein Totalverlust theoretisch möglich ist. Die Verbraucherzentrale betont deshalb, dass einzelne Aktien wesentlich konzentrierter und riskanter sind als eine breit gestreute Anlage.

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ETF einfach erklärt

ETF steht für Exchange Traded Fund, übersetzt etwa börsengehandelter Fonds. Ein ETF sammelt Geld von vielen Anlegerinnen und Anlegern und investiert es nach festen Regeln, meist indem er einen Index nachbildet. Ein Index ist vereinfacht eine Liste von Wertpapieren nach bestimmten Kriterien, etwa die größten Unternehmen eines Landes, Firmen aus mehreren Industrieländern, eine bestimmte Branche oder nachhaltiger bewertete Unternehmen. Kaufst du einen ETF, kaufst du einen Anteil an diesem Fonds und bist darüber indirekt an all diesen Unternehmen beteiligt.

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jeder ETF automatisch ein Aktien-ETF ist. ETFs können auch Anleihen, Immobilienaktien, Rohstoffe oder Mischungen verschiedener Anlagen abbilden. In diesem Artikel geht es vor allem um breit gestreute Aktien-ETFs, wie sie häufig für den langfristigen Vermögensaufbau genutzt werden.

Der ETF versucht dabei nicht, die besten Aktien vorherzusagen, sondern folgt festen Regeln und bildet einfach einen Markt ab. Es sitzt also kein Fondsmanager im Büro, der jeden Morgen nach dem dritten Kaffee entscheidet, welches Unternehmen heute vielversprechend aussieht. Weil die Auswahl weitgehend automatisch läuft, sind viele ETFs günstiger als aktiv gemanagte Fonds, auch wenn günstig nicht kostenlos bedeutet und auch ETFs laufende Kosten haben.

Dabei ist nicht jeder ETF automatisch breit gestreut. Ein Branchen-ETF, der zum Beispiel nur Technologie oder Energie enthält, oder ein Länder-ETF kann trotzdem ein erhebliches Klumpenrisiko haben. Für eine wirklich breite Streuung eignen sich eher ETFs, die Aktienmärkte aus vielen Ländern und Branchen abdecken, wie es etwa bei weltweiten Indizes mit mehreren Tausend Aktien der Fall ist, die auch die Verbraucherzentrale als mögliche Grundlage nennt.

ETFs und Aktien im direkten Vergleich

MerkmalEinzelne AktieAktien-ETF
Was kaufst du?Anteil an einem UnternehmenAnteil an einem Fonds mit vielen Aktien
RisikostreuungGering bei wenigen AktienJe nach Index sehr breit möglich
TotalverlustBei Insolvenz möglichBei breiter Streuung deutlich unwahrscheinlicher
AuswahlDu wählst selbstDer Index bestimmt die Auswahl
ZeitaufwandHöherMeist geringer
KostenOrderkostenOrderkosten
SparplanBei manchen Aktien möglichBei vielen ETFs möglich
Geeignet für AnfängerNur mit guter VorbereitungMeist leichter verständlich

Vor und Nachteile einzelner Aktien

Der Reiz von Einzelaktien liegt darin, dass du gezielt Unternehmen auswählst, die du verstehst oder deren Produkte du überzeugend findest, und dass du bestimmte Firmen bewusst meiden kannst, wenn sie dir nicht zusagen. Findest du früh ein besonders erfolgreiches Unternehmen, kann dessen Aktie zudem stärker steigen als der Gesamtmarkt, und du bist direkt an einem Unternehmen beteiligt, teils sogar mit Stimmrecht bei der Hauptversammlung.

Diesen Vorteilen stehen einige Nachteile gegenüber. Das Risiko ist stark konzentriert, denn fällt eine von zehn gleich gewichteten Aktien auf null, verlierst du zehn Prozent des Portfolios, und bei nur zwei Aktien wären es bereits 50 Prozent. Die Auswahl kostet außerdem Zeit, weil man sich mit Geschäftsmodell, Zahlen, Schulden und Konkurrenz beschäftigen sollte. Hinzu kommt, dass Gefühle Entscheidungen leicht verzerren können. Steigt eine Aktie, entsteht schnell die Angst, etwas zu verpassen, fällt sie, kommt Panik auf, und dann wird womöglich teuer gekauft und günstig verkauft, genau andersherum, als es sinnvoll wäre. Und nicht zuletzt gilt: Ein bekanntes Unternehmen ist noch lange keine gute Aktie.

Vor und Nachteile von ETFs

Der größte Vorteil eines ETFs ist die Risikoverteilung auf Hunderte oder Tausende Firmen aus verschiedenen Ländern und Branchen. Du musst dabei nicht jedes Unternehmen einzeln analysieren, sondern entscheidest vor allem, welchen Index der ETF abbildet und ob dieser zu deiner Strategie passt. Viele ETFs sind zudem kostengünstig und eignen sich gut für Sparpläne, bei denen die Rate automatisch abgebucht wird, ohne dass du jeden Monat neu daran denken musst. Ein ETF muss außerdem nicht perfekt sein. Viele Anfänger verlieren sich in der Suche nach dem einen perfekten ETF und vergleichen Kostenunterschiede bis in die zweite Nachkommastelle, während am Ende vor lauter Analyse einfach nichts passiert. Wichtiger als Perfektion ist eine verständliche, breit gestreute und langfristig durchhaltbare Strategie.

Auch ETFs haben Nachteile. Ein Aktien-ETF ist kein Sparkonto, und brechen die Märkte ein, fällt auch ein breit gestreuter ETF, teilweise um 30, 40 oder sogar rund 50 Prozent. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass frühere Verlustphasen teils viele Jahre gedauert haben, weshalb ETFs nicht für Geld geeignet sind, das du in naher Zukunft sicher brauchst. Außerdem ist nicht jeder ETF sinnvoll aufgebaut. Ein Themen-ETF für Robotik oder künstliche Intelligenz klingt spannend, kann aber stark von wenigen großen Unternehmen abhängen, weshalb der Begriff ETF kein automatisches Qualitätssiegel ist. Immerhin gelten ETF-Anteile als Sondervermögen und sind damit vor einer Broker-Insolvenz geschützt, auch wenn das vor Kursverlusten natürlich nicht schützt.

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Wofür ist ein ETF-Sparplan geeignet?

Ein ETF-Sparplan passt gut, wenn du regelmäßig eine feste Summe investieren möchtest, ob 25, 50, 100 oder 200 Euro im Monat. Dein Depotanbieter kauft dann automatisch zum festgelegten Termin ETF-Anteile. Ist der Kurs gerade hoch, bekommst du weniger Anteile, ist er niedrig, entsprechend mehr, sodass du nicht jeden Monat neu überlegen musst, ob gerade der richtige Zeitpunkt ist.

Typische Ziele sind der langfristige Vermögensaufbau, die private Altersvorsorge, finanzielle Unabhängigkeit oder ein Sparplan für die Kinder, wobei der Zeithorizont immer entscheidend bleibt. Für einen Aktien-ETF solltest du langfristig denken und genug Zeit haben, um zwischenzeitliche Kursverluste auszusitzen. Die gute Nachricht dabei ist, dass ein Sparplan dich nicht für 30 Jahre an exakt 100 Euro monatlich bindet. Bei den meisten Anbietern kannst du die Rate reduzieren, pausieren oder später fortsetzen, was gerade für Familien wichtig ist, denn die kaputte Waschmaschine interessiert sich selten dafür, dass du eigentlich gerade deine Sparquote optimieren wolltest. Bevor du langfristig investierst, solltest du deshalb zuerst eine kurzfristig verfügbare Rücklage haben. Diese nennt man auch Notfallgroschen und den solltest du bevor du anfängst zu investieren aufgebaut haben. Lies dir dazu gerne meinen Artikel Notgroschen aufbauen: Der Money-Hack, der dir nachts wieder ruhigen Schlaf schenkt durch

Sparplan oder Einmalanlage?

Ein Sparplan passt zu dir, wenn du monatlich einen festen Betrag investieren, mit kleineren Summen starten und die Anlage automatisch laufen lassen möchtest. Eine Einmalanlage passt eher, wenn du bereits eine größere Summe hast, die du langfristig nicht brauchst, und mit möglichen Kursverlusten direkt nach dem Kauf gut umgehen kannst. Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser, wichtig ist nur, dass deine Entscheidung zu deiner finanziellen Situation und deinem Sicherheitsgefühl passt.

Wie kann man ETFs und Aktien kaufen?

Für beides brauchst du ein Wertpapierdepot, das du dir wie ein digitales Regal vorstellen kannst, in dem Wertpapiere aufbewahrt werden, während auf dem Verrechnungskonto Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen abgewickelt werden.

Bevor du investierst, solltest du drei Dinge prüfen. Hast du einen ausreichenden Notgroschen? Gibt es teure Schulden, die zuerst getilgt werden sollten? Und kannst du das Geld langfristig entbehren? Geld für Miete, Lebensmittel oder die nächste Reparatur gehört jedenfalls nicht an die Börse.

Bei der Depotwahl lohnt sich ein Blick auf Depotführungskosten, Sparplan- und Ordergebühren, die ETF- oder Aktienauswahl, die Bedienbarkeit und die steuerliche Abwicklung in Deutschland. Der günstigste Anbieter ist dabei nicht automatisch der beste. Wenn du dich in einer übersichtlichen App wohler fühlst und dadurch wirklich anfängst, kann das wichtiger sein als der letzte gesparte Euro. Für die Depoteröffnung brauchst du in der Regel persönliche Daten, ein Referenzkonto, einen Ausweis, deine Steuer-Identifikationsnummer und eine Identitätsprüfung, was bei Direktbanken und Onlinebrokern meist komplett digital abläuft.

Bei der Auswahl eines ETFs solltest du prüfen, welchen Index er abbildet, wie viele Unternehmen sowie welche Länder und Branchen enthalten sind, wie hoch die laufenden Kosten sind und wie groß das Fondsvolumen ist. Nutze dafür am besten die WKN oder ISIN, denn verschiedene ETFs können sehr ähnlich heißen. Bei einer Aktie informierst du dich dagegen über das Unternehmen selbst, also über Geschäftsmodell, Umsatz, Gewinn, Schulden, Konkurrenz und Risiken. Ein Aktienkurs von zehn Euro ist übrigens nicht automatisch günstiger als einer von 500 Euro, denn der Kurs allein sagt wenig über die Bewertung eines Unternehmens aus.

Sowohl ETFs als auch Aktien kaufst du über Filialbanken, Direktbanken, Onlinebroker oder Neobroker. Achte dabei stets auf einen seriösen, regulierten Anbieter und meide Plattformen, die hohe oder angeblich garantierte Gewinne versprechen.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Ein ausschüttender ETF zahlt anfallende Erträge regelmäßig auf dein Verrechnungskonto aus, was motivierend sein kann, weil du siehst, dass Geld hereinkommt. Allerdings musst du selbst entscheiden, ob du es ausgibst oder wieder investierst. Ein thesaurierender ETF legt die Erträge dagegen automatisch wieder im Fonds an, weshalb viele diese Variante für den langfristigen Vermögensaufbau als unkompliziert empfinden. Wichtig zu wissen ist, dass Ausschüttungen kein zusätzliches Gratisgeld sind. Das Geld verlässt einfach den Fonds und landet auf deinem Konto.

Und die Steuer?

Kapitalerträge wie Dividenden, Ausschüttungen, Zinsen und Verkaufsgewinne werden in Deutschland grundsätzlich mit 25 Prozent Kapitalertragsteuer besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Über den Sparer-Pauschbetrag bleiben Kapitalerträge bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei, aktuell 1.000 Euro pro Person und 2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Paaren, wofür du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten solltest. Bei einem deutschen Depotanbieter wird die Steuer meist automatisch berücksichtigt, während bei ausländischen Anbietern mehr eigener Aufwand für die Steuererklärung entstehen kann. Da sich steuerliche Regelungen ändern können, lohnt sich bei Unsicherheit ein Blick auf offizielle Quellen oder eine steuerliche Beratung.

Was ist besser für Anfänger?

Für viele Anfänger ist ein breit gestreuter Aktien-ETF leichter umzusetzen, weil du mit einem einzigen Produkt in viele Unternehmen investierst, statt selbst die zukünftigen Gewinner auswählen zu müssen. Das bedeutet nicht, dass ein ETF sicher ist, denn du trägst weiterhin das Marktrisiko, aber du reduzierst das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen deine ganze Geldanlage ruiniert.

Einzelaktien können trotzdem spannend sein, wenn du dich gern intensiv mit Unternehmen beschäftigst, Geschäftsberichte verstehen willst und bereit bist, höhere Einzelrisiken zu tragen, idealerweise auf Basis einer bereits breit gestreuten Grundlage. Manche Anleger kombinieren beides im sogenannten Core Satellite Prinzip, bei dem ein breit gestreuter ETF den Kern des Depots bildet und ein kleinerer Teil für Einzelaktien genutzt wird. Ein Muss ist das aber nicht, denn ein einzelner, gut ausgewählter Welt-ETF kann bereits eine sehr breite Aktienanlage ermöglichen.

Wann du besser die Finger davon lässt

Sei besonders vorsichtig, wenn du keinen Notgroschen hast, noch teure Konsumschulden zurückzahlst, das Geld in wenigen Jahren sicher brauchst, dich schon kleine Kursverluste nachts wachhalten lassen, du nur einem Trend folgst, das Produkt nicht verstehst oder dir jemand eine sichere, hohe Rendite verspricht. Geldanlage beginnt nämlich nicht mit der Frage, welcher ETF gerade beliebt ist, sondern mit der Frage, was dieses Geld für dich tun soll und wann du es wieder brauchst. Für kurzfristige Rücklagen sind Tages- oder Festgeld oft passender, während für langfristige Ziele ein Aktien-ETF infrage kommen kann, wenn du die Schwankungen aushalten kannst.

Die häufigsten Anfängerfehler

Ein häufiger Fehler ist es, ohne Notgroschen zu investieren, denn sonst musst du im schlimmsten Fall ausgerechnet während eines Börsentiefs verkaufen. Genauso häufig versuchen Anfänger, zu viel auf einmal zu verändern, obwohl das Depot eröffnen, fünf Bücher lesen und die ganze Altersvorsorge neu ordnen nicht an einem einzigen Wochenende passieren muss. Auch nur auf vergangene Renditen zu schauen ist riskant, denn frühere Gewinne sind keine Garantie für die Zukunft, ebenso wie man Trends leicht mit echter Risikostreuung verwechselt, obwohl der Begriff ETF nicht automatisch breite Streuung bedeutet. Ständiges Kaufen und Verkaufen kostet zudem Geld und begünstigt emotionale Entscheidungen, während zu viel Geld zu investieren ebenfalls riskant ist, weil eine Sparrate, die du dauerhaft durchhältst, sinnvoller ist als eine beeindruckende Summe, die du bald wieder stoppen musst. Und schließlich ist es ein Fehler, gar nicht erst anzufangen, weil noch nicht alles perfekt ist. Grundlagen zu lernen, eine durchdachte Entscheidung zu treffen und mit einem überschaubaren Betrag zu starten ist besser, als zehn weitere Jahre auf den perfekten Moment zu warten.

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Häufige Fragen zum Unterschied zwischen ETFs und Aktien

Was ist der größte Unterschied zwischen ETFs und Aktien?

Mit einer Aktie investierst du in ein einzelnes Unternehmen. Mit einem Aktien-ETF investierst du gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen.

Dadurch ist das Risiko bei einem breit gestreuten ETF besser verteilt.

Was ist ein ETF einfach erklärt?

Ein ETF ist ein Fonds, der an der Börse gehandelt wird. Viele ETFs bilden einen bestimmten Index nach und enthalten dadurch eine festgelegte Auswahl verschiedener Aktien.

Was ist eine Aktie einfach erklärt?

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Steigt der Wert des Unternehmens beziehungsweise der Aktie, kannst du Gewinne erzielen. Fällt der Kurs, kannst du Geld verlieren.

Wie kann man ETFs kaufen?

Du benötigst ein Depot bei einer Bank oder einem Broker. Dort kannst du den gewünschten ETF suchen und entweder einmalig kaufen oder über einen Sparplan regelmäßig besparen.

Wo kann man ETFs kaufen?

ETFs werden über Filialbanken, Direktbanken, Onlinebroker und Neobroker angeboten.

Wie kann man Aktien kaufen?

Auch Aktien werden über ein Depot gekauft. Vor dem Kauf solltest du dich jedoch genauer mit dem jeweiligen Unternehmen und den damit verbundenen Risiken beschäftigen.

Wo kann man Aktien kaufen?

Aktien kannst du über Banken und Broker an verschiedenen Börsen und Handelsplätzen kaufen.

Wofür ist ein ETF-Sparplan sinnvoll?

Ein ETF-Sparplan kann für den langfristigen Vermögensaufbau oder die private Altersvorsorge genutzt werden. Er eignet sich vor allem für Geld, das du über viele Jahre nicht benötigst.

Kann man mit einem ETF Geld verlieren?

Ja. Auch ein breit gestreuter ETF kann deutlich an Wert verlieren. Langfristige Geldanlage an der Börse ist immer mit Schwankungen verbunden.

Kann eine Aktie komplett wertlos werden?

Ja. Wenn ein Unternehmen insolvent wird, kann der Wert seiner Aktie bis auf null fallen.

Brauche ich mehrere ETFs?

Nicht unbedingt. Ein einzelner breit gestreuter ETF kann bereits Hunderte oder Tausende Unternehmen enthalten. Mehrere ETFs führen nicht automatisch zu einer besseren Risikostreuung.

Wie viel Geld brauche ich für einen ETF-Sparplan?

Das hängt vom Anbieter ab. Viele Sparpläne können bereits mit kleinen Beträgen gestartet werden. Wichtiger als die Höhe ist, dass die Sparrate dauerhaft zu deinem Budget passt.

Fazit: Du musst kein Börsenprofi sein

Der Unterschied zwischen ETFs und Aktien ist im Kern schnell erklärt. Mit einer Aktie investierst du gezielt in ein einzelnes Unternehmen, mit einem Aktien-ETF gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen. Einzelaktien bieten die Chance, gezielt von der Entwicklung eines Unternehmens zu profitieren, allerdings bei entsprechend höherem Risiko. Ein breit gestreuter Aktien-ETF verteilt das Geld dagegen auf viele Unternehmen, was die Anlage zwar nicht risikofrei macht, aber deutlich weniger abhängig vom Erfolg einer einzigen Firma.

Für alle, die langfristig Vermögen aufbauen möchten, ohne jede Woche Geschäftsberichte zu wälzen, ist ein breit gestreuter ETF meist der unkompliziertere Einstieg. Kaufe trotzdem nicht einfach irgendeinen ETF, nur weil das Wort gerade überall auftaucht, sondern prüfe Index, Streuung und Kosten und überlege, ob du das Geld wirklich langfristig entbehren kannst. Du brauchst dafür kein riesiges Startkapital und keinen geheimen Börsentrick, sondern eine solide finanzielle Grundlage, ein verständliches Konzept und eine Strategie, die nicht nur auf dem Papier gut aussieht, sondern auch in deinen Familienalltag passt.

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