Geld sparen an Weihnachten
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Weihnachten mit Kindern günstig gestalten: der entspannte Plan für kleine Budgets

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Irgendwann Ende September stehen die ersten Lebkuchen im Supermarkt und mein Kopf rechnet automatisch mit. Nicht in Vorfreude, sondern in Euro. Denn Weihnachten ist der einzige Monat im Jahr, in dem viele Familien plötzlich Ausgaben stemmen, die sonst über ein halbes Jahr verteilt wären: Geschenke, Adventskalender, Wichteln in der Kita, Plätzchenzutaten, Deko, Fahrten zu den Großeltern, Porto für Pakete. Und im Januar kommt dann der Kontoauszug, der die ganze Stimmung nachträglich ruiniert.

Nach mehreren Jahren, in denen ich genau diesen Januar erlebt habe, feiern wir Weihnachten inzwischen deutlich günstiger. Nicht ärmer, nicht trauriger, nur bewusster geplant. In diesem Artikel bekommst du meinen kompletten Ablauf: erst die echten Zahlen, dann ein Budget, das zu eurem Leben passt, und danach konkrete Ideen für Geschenke, Adventskalender, Essen und Deko. Alles so, dass die Kinder nichts vermissen. Denn genau darum geht es.

Was Weihnachten in Deutschland wirklich kostet

Bevor wir sparen, lohnt sich ein Blick auf das, was andere Familien ausgeben. Die Zahlen schwanken je nach Studie stark, und genau das ist die erste wichtige Erkenntnis.

Die jährliche Weihnachtsumfrage der FOM Hochschule kam für 2025 auf durchschnittlich 502 Euro pro Person allein für Geschenke. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Gruppen: Die Generation der 45 bis 60 Jährigen plante rund 598 Euro ein, die jüngste befragte Gruppe dagegen nur etwa 270 Euro. Auch zwischen Männern und Frauen liegt eine deutliche Lücke, nämlich rund 590 Euro gegenüber etwa 416 Euro.

Der Handelsverband Deutschland kam im selben Jahr mit einer Verbraucherumfrage des Handelsblatt Research Institute auf eine viel niedrigere Summe: rund 263 Euro pro Person für Geschenke, etwa 34 Euro weniger als im Vorjahr. Am häufigsten landeten Gutscheine, Spielwaren, Bücher und Kosmetik unter dem Baum.

Beide Zahlen stimmen, sie messen nur Unterschiedliches. Der Punkt für dich ist nicht der Durchschnitt, sondern die Spannbreite. Zwischen 263 und 502 Euro liegen 239 Euro pro Person, und niemand merkt beim Auspacken, in welchem Bereich ihr euch bewegt habt. Es gibt keinen Betrag, den man ausgeben muss, damit Weihnachten schön wird. Es gibt nur einen Betrag, der zu euch passt.

Dazu kommt der Teil, den fast alle Studien ausklammern: Geschenke sind bei Familien selten mehr als die Hälfte der Weihnachtskosten. Der Rest verteilt sich auf viele kleine Posten, die einzeln harmlos wirken und zusammen den Unterschied machen.

Schritt 1: Ein Weihnachtsbudget, das nicht nur auf dem Papier steht

Ein Budget funktioniert nur, wenn es rückwärts gerechnet ist. Also nicht: Was möchte ich verschenken und was kostet das? Sondern: Wie viel Geld können wir in diesem Jahr für Weihnachten ausgeben, ohne im Januar ins Minus zu rutschen? Diese Summe ist die Obergrenze, und danach richtet sich alles andere.

Danach teilst du die Summe auf. Hier ist ein Beispiel für eine vierköpfige Familie mit einem Gesamtbudget von 400 Euro. Die Zahlen sind bewusst realistisch und nicht extrem sparsam gewählt.

PostenBudgetAnmerkung
Geschenke für die Kinder150 Euroaufgeteilt auf beide Kinder
Geschenke für Erwachsene70 Euroinklusive Wichteln und Patenkinder
Adventskalender30 Eurozum Befüllen, für beide Kinder zusammen
Festessen und Backen80 Euroinklusive Zutaten für Plätzchen
Baum und Deko40 EuroDeko wird größtenteils wiederverwendet
Fahrten, Porto, Karten30 EuroPakete an die Verwandtschaft

Sobald die Aufteilung steht, braucht das Geld einen eigenen Platz. Solange das Weihnachtsbudget auf dem normalen Girokonto zwischen Miete und Wocheneinkauf liegt, ist es unsichtbar und damit ausgegeben, bevor du es merkst. Am einfachsten funktioniert ein separates Unterkonto, auf das ab Sommer jeden Monat ein fester Betrag wandert. 45 Euro monatlich ab Juli ergeben bis Dezember genau die 270 Euro, die bei vielen Familien den größten Teil abdecken.

Ich nutze dafür ein kostenloses Zweitkonto mit Unterkonten, in meinem Fall das C24 Konto*, weil ich dort Geld in getrennten Töpfen parken kann und das Weihnachtsgeld nicht im Alltag verschwindet.

Warum ich generell dafür bin, dass jede Frau ein eigenes Konto hat, habe ich hier aufgeschrieben. Und falls dir unklar ist, welcher monatliche Sparbetrag realistisch ist, hilft dir Wie viel Geld sollte eine Familie im Monat sparen? bei der Einordnung.

Schritt 2: Die versteckten Kostenpunkte sichtbar machen

Die meisten Weihnachtsbudgets kippen nicht wegen des großen Geschenks, sondern wegen der vielen kleinen Posten, an die vorher niemand gedacht hat. Das ist derselbe Mechanismus wie im restlichen Jahr, den ich in 7 typische Geldfresser in Familien beschrieben habe, nur auf vier Wochen zusammengedrückt. Diese Liste hat sich bei mir bewährt. Geh sie einmal durch und trag ein, was in eurem Fall wirklich anfällt.

  • Adventskalender für jedes Kind, oft auch für den Partner
  • Nikolausstiefel am 6. Dezember
  • Wichteln in Kita, Schule, Verein und Job
  • Geschenke für Erzieherinnen, Lehrkräfte, Tagesmutter
  • Backzutaten, Bastelmaterial, Adventskranz
  • Weihnachtsmarkt: Kinderpunsch, Karussell, Pommes summieren sich pro Besuch schnell auf 20 bis 30 Euro
  • Weihnachtsbaum, Kerzen, Ersatzlichterkette
  • Festessen an bis zu drei Feiertagen
  • Porto für Pakete und Weihnachtskarten
  • Fahrtkosten zur Familie, teilweise mit Übernachtung
  • Festliche Kleidung, die Kinder nach einem Jahr nicht mehr passt
  • Höhere Strom und Heizkosten durch Lichterketten, Backofen und Besuch

Allein die Weihnachtsmarktbesuche sind ein gutes Beispiel. Vier Besuche in der Adventszeit kosten schnell mehr als das größte Geschenk unter dem Baum. Das ist kein Argument gegen den Weihnachtsmarkt, sondern eines für ein festes Adventsbudget im Portemonnaie, das ihr bewusst einteilt.

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Schritt 3: Weniger Geschenke wirken nachweislich stärker

Das ist der Teil, bei dem viele Eltern ein schlechtes Gewissen bekommen. Zu Unrecht. Eine oft zitierte Studie der University of Toledo, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Infant Behavior and Development, hat 36 Kleinkinder im Alter von 18 bis 30 Monaten beim freien Spiel beobachtet. Einmal standen vier Spielsachen im Raum, einmal 16. Das Ergebnis: Mit nur vier Spielsachen spielten die Kinder deutlich länger und vielfältiger mit jedem einzelnen Gegenstand. Die Forschenden schlossen daraus, dass eine große Menge Spielzeug Kinder eher ablenkt als fördert.

Für Weihnachten heißt das ganz praktisch: Der Berg unter dem Baum beeindruckt vor allem die Erwachsenen. Kinder erinnern sich an das eine Geschenk, mit dem sie tagelang gespielt haben, und an die Stimmung des Abends. Nicht an die Anzahl der Pakete.

Die Regel der vier Geschenke

Diese Struktur nutzen wir seit Jahren, weil sie das Diskutieren beendet, bevor es anfängt. Jedes Kind bekommt vier Geschenke:

  • etwas, das es sich wünscht
  • etwas, das es braucht
  • etwas zum Anziehen
  • etwas zum Lesen

Der Trick daran ist, dass zwei der vier Geschenke ohnehin fällig gewesen wären. Winterstiefel, Schneehose oder Schulranzenzubehör landen nicht mehr im Alltagsbudget, sondern unter dem Baum. Und weil sie eingepackt sind, freuen sich Kinder tatsächlich darüber.

Die Großeltern gehören zum Plan

Der größte einzelne Hebel liegt oft gar nicht bei euch. Wenn vier Großeltern, drei Tanten und zwei Patenonkel unabhängig voneinander einkaufen, entsteht der Geschenkeberg, den niemand geplant hat. Schick spätestens Anfang November eine gemeinsame Wunschliste an alle. Das wirkt im ersten Moment unromantisch, wird aber erfahrungsgemäß dankbar angenommen, weil sich alle über die Frage ärgern, was sie schenken sollen.

Noch wirksamer sind Gruppengeschenke. Statt sechs kleiner Päckchen finanzieren mehrere Menschen gemeinsam ein größeres Geschenk, das lange getragen wird: ein Fahrrad, ein Musikinstrument, eine Jahreskarte für den Zoo. Das kostet die Schenkenden oft weniger als vorher und bringt dem Kind mehr.

Schritt 4: Geschenkideen unter 15 Euro, die wirklich ankommen

Kinder bewerten Geschenke nicht nach Preis, sondern nach Spieldauer. Diese Ideen haben bei uns und im Freundeskreis am besten funktioniert:

  • Ein Kartenspiel* oder ein kleines Gesellschaftsspiel. Kostet oft unter 12 Euro und wird über Jahre gespielt.
  • Bastelmaterial im Set: Klebeband in vielen Farben, Wackelaugen, Moosgummi, Glitzerstifte. In eine Box gepackt wirkt es wie ein großes Geschenk.
  • Ein Buch vom Flohmarkt oder aus dem Mängelexemplarhandel. Bilderbücher gibt es dort regelmäßig für 3 bis 5 Euro in sehr gutem Zustand.
  • Eine Taschenlampe*. Klingt banal, ist bei Kindern zwischen drei und acht Jahren erstaunlich beliebt.
  • Backzubehör für Kinder: Ausstechformen, eine kleine Schürze, ein eigener Schneebesen.
  • Ein Wachstumstopf mit Samen und eigenem Schild für die Fensterbank.
  • Ein selbst gestaltetes Fotobuch oder ein Fotokalender mit Bildern des Jahres. Bei Aktionsangeboten oft für unter 15 Euro machbar.
  • Ein Gutschein für eine Übernachtung im Wohnzimmer inklusive Taschenlampenlesestunde.

Schritt 5: Adventskalender füllen, ohne 24 Geschenke zu kaufen

Ein gekaufter Spielzeugadventskalender kostet je nach Marke zwischen 25 und 60 Euro pro Kind. Ein selbst befüllter Kalender kommt bei uns auf etwa 15 Euro, und die Kinder mögen ihn deutlich lieber, weil das, was drin ist, zu ihnen passt.

Die einfachste Aufteilung für 24 Türchen sieht so aus:

  • Acht Türchen mit Essbarem, zum Beispiel eine Mandarine, zwei Plätzchen oder ein Schokoladentaler
  • Acht Türchen mit Gutscheinen für gemeinsame Zeit: Schlittenfahren, Kinoabend auf dem Sofa, Plätzchen backen, Frühstück im Bett, Gutschein für eine Pommes oder Kinderpunsch auf dem Weihnachtsmarkt, eine Vorlesegeschichte extra
  • Vier Türchen mit nützlichen Kleinigkeiten: ein neuer Radiergummi, Haarspangen, Sticker, ein Bleistift
  • Vier Türchen mit Teilen eines größeren Geschenks, das an Heiligabend vollständig ist

Die Gutscheintürchen sind der eigentliche Gewinn. Sie kosten nichts, sie sind das, woran sich meine Kinder im Februar noch erinnern, und sie nehmen dir den Druck, jeden Tag etwas Neues besorgen zu müssen. Wer den Kalender einmal aus Stoffsäckchen oder alten Gläsern gebastelt hat, nutzt ihn außerdem jedes Jahr wieder.

Ein anderer Tipp ist ein kleines Legoset* zu kaufen und es entsprechend der Anleitung auf die Säckchen zu verteilen. So können die Kinder jeden Tag ein Stück weiter bauen.

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Schritt 6: Secondhand ist bei Kindern längst kein Thema mehr

Bis etwa zum Grundschulalter ist es Kindern völlig gleichgültig, ob ein Spielzeug neu gekauft wurde. Wichtig ist nur, dass es vollständig, sauber und funktionsfähig ist. Gerade hochwertige Holzspielsachen, Bausteine, Puppenhäuser und Fahrzeuge halten Jahrzehnte und kosten gebraucht regelmäßig 50 bis 70 Prozent weniger. Wie groß der Effekt übers Jahr gerechnet ist, habe ich in Second Hand für Kinder: Wie viel Geld kannst du wirklich sparen? einmal durchgerechnet.

  • Kaufe antizyklisch. Zwischen Januar und September ist das Angebot groß und die Preise niedrig. Im Dezember suchen alle dasselbe.
  • Achte bei Bausteinsets auf Vollständigkeit und wasche alles einmal in lauwarmem Seifenwasser. Danach sieht es aus wie neu.
  • Verpacke gebrauchte Geschenke genauso sorgfältig wie neue. Das Papier macht den Unterschied, nicht der Kaufort.
  • Verkaufe gleichzeitig, was bei euch nicht mehr gespielt wird. Das schafft Platz und finanziert häufig einen Teil der neuen Geschenke.
  • Bibliotheken, Spielzeugbibliotheken und Tauschringe sind eine gute Ergänzung, wenn ein Wunsch nur eine kurze Phase betrifft.

Schritt 7: Erlebnisse statt Dinge

Erlebnisgeschenke haben zwei Vorteile: Sie verstopfen das Kinderzimmer nicht und sie lassen sich fast beliebig an das Budget anpassen. Ein selbst gebasteltes Gutscheinheft mit zwölf Gutscheinen, einer für jeden Monat des kommenden Jahres, kostet ein paar Cent Papier und begleitet die Familie durch das ganze Jahr.

Bewährte Gutscheine aus unserem Heft: einmal alleine mit Mama frühstücken gehen, ein Nachmittag im Schwimmbad, ein Besuch bei der Feuerwehr, ein Filmabend mit selbst gewähltem Film, gemeinsam Pizza backen, einmal ohne Geschwister ins Bett gebracht werden. Der letzte Punkt kostet nichts und wird bei Geschwisterkindern erstaunlich oft eingelöst.

Wenn ihr etwas Größeres schenken möchtet, lohnt sich der Blick auf Jahreskarten. Eine Jahreskarte für den Zoo, das Museum oder das Schwimmbad rechnet sich bei Familien oft schon ab dem dritten Besuch und ist ein Geschenk, das noch im Sommer Freude macht.

Schritt 8: Festessen und Deko im Griff behalten

Das Weihnachtsessen ist der Posten, bei dem am schnellsten viel Geld verloren geht, weil an drei Tagen für Besuch gekocht wird und niemand vorher rechnet. Drei Dinge helfen zuverlässig:

  • Plant das komplette Menü für alle Feiertage einmal durch und schreibt eine einzige Einkaufsliste. Doppelte Einkäufe sind der größte Kostentreiber.
  • Kauft haltbare Zutaten im Oktober und November, wenn sie im Angebot sind. Nüsse, Mehl, Zucker, Konserven und Tiefkühlware lassen sich problemlos vorher besorgen.
  • Verteilt die Aufgaben. Wenn jeder Gast einen Gang oder einen Salat beisteuert, sinken eure Kosten sofort um ein Drittel, und der Stress in der Küche gleich mit.

Bei der Deko gilt eine einfache Regel: Kauft in einem Jahr eine Farbwelt und bleibt dabei. Wer jedes Jahr das aktuelle Thema kauft, ersetzt funktionierende Deko ohne Not. Kinder basteln außerdem mit großer Begeisterung Sterne, Ketten und Fensterbilder. Selbst gemachte Deko sieht nicht nur charmanter aus, sie beschäftigt die Kinder auch an genau den Nachmittagen, an denen sonst der Fernseher läuft.

Der Weihnachtsbaum wird günstiger, wenn ihr ihn direkt beim Erzeuger oder in einer Forstverwaltung kauft statt am Baumarktparkplatz. In vielen Regionen könnt ihr ihn dort auch selbst schlagen, was bei Kindern als Ausflug durchgeht und das Wochenendprogramm gleich mit erledigt.

Schritt 9: Fixkosten senken statt Geschenke streichen

Hier liegt der Hebel, den fast alle übersehen. Wenn dir 200 Euro für Weihnachten fehlen, musst du sie nicht zwingend bei den Geschenken einsparen. Du kannst sie auch bei den laufenden Kosten holen, und zwar dauerhaft und nicht nur einmalig. Wo sich das Sparen wirklich lohnt und wo es nur Nerven kostet, habe ich in Familienkosten senken sortiert.

Der Winter ist dafür der beste Zeitpunkt, weil Strom und Gas in diesen Monaten ohnehin auf dem Tisch liegen. Ein Anbieterwechsel beim Strom bringt Familien je nach Verbrauch und Region regelmäßig einen dreistelligen Betrag im Jahr. Bei einem Vierpersonenhaushalt mit rund 4000 Kilowattstunden im Jahr ist das oft genau die Summe, die für das komplette Weihnachtsbudget fehlt.

Ich vergleiche einmal im Jahr über CHECK24, meistens im Oktober, und die Ersparnis landet direkt auf dem Weihnachtsunterkonto.

Denselben Blick lohnen Versicherungen, Handytarife und Streamingdienste. Ein einziger Nachmittag im Oktober, an dem ihr alle Verträge durchgeht, finanziert erfahrungsgemäß mehr Weihnachten als jede Sparaktion beim Geschenkekauf. Und der Effekt bleibt im Januar bestehen.

Strom-Vergleichsrechner:

Gas-Vergleichsrechner:

Schritt 10: Kinder in das Thema Geld einbeziehen

Weihnachten ist eine der besten Gelegenheiten des Jahres, um mit Kindern über Geld zu sprechen, weil das Thema ohnehin präsent ist. Wichtig ist der Ton. Sätze wie das können wir uns nicht leisten erzeugen bei Kindern Sorge. Sätze wie wir haben für Weihnachten 400 Euro und überlegen gemeinsam, wofür wir sie ausgeben, erzeugen Beteiligung.

Praktisch funktioniert das so: Ältere Kinder dürfen ihren Wunschzettel selbst priorisieren und die Preise recherchieren. Sie merken dabei von allein, dass ein großer Wunsch drei kleine ersetzt. Jüngere Kinder können entscheiden, wofür ein festgelegter kleiner Betrag ausgegeben wird, etwa für das Geschenk an Oma. Und wer schon Taschengeld bekommt, kann davon einen Teil für eigene Geschenke zurücklegen. Das ist für viele Kinder der erste Moment, in dem Schenken sich nach etwas Eigenem anfühlt.

Wie viel Taschengeld in welchem Alter angemessen ist kannst du in diesem Beitrag nachlesen

Ein Satz zum Thema Ratenzahlung

Weihnachten ist der Anlass, bei dem in Deutschland besonders viel auf Raten gekauft wird. Die Angebote heißen inzwischen freundlich nach Bezahlen in drei Teilen, sind aber nichts anderes als ein kleiner Kredit. Das Problem daran ist nicht die einzelne Rate, sondern dass mehrere solcher Raten im Januar und Februar gleichzeitig abgebucht werden, während die Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert. Wenn du gerade dabei bist, alte Verpflichtungen loszuwerden, lies vorher Schuldenfrei werden.

Genauso wenig gehört Weihnachten in den Notgroschen. Der ist für die Waschmaschine da, die im Februar den Dienst quittiert, nicht für Geschenke. Falls ihr noch keinen habt, ist der Januar ein guter Startpunkt: In Notgroschen aufbauen steht, mit welchem Betrag du anfangen kannst, auch wenn gerade wenig übrig ist.

Der Zeitplan: wann du was erledigst

Der teuerste Fehler ist Zeitdruck. Wer am 20. Dezember noch drei Geschenke braucht, zahlt jeden Preis. Dieser Plan verteilt die Aufgaben so, dass im Dezember nur noch das Schöne übrig bleibt.

ZeitraumAufgabe
Juli bis AugustBudget festlegen, Sparbetrag pro Monat auf ein Unterkonto einrichten
SeptemberGebrauchtes kaufen, solange die Preise niedrig sind, Nichtgebrauchtes verkaufen
OktoberVerträge prüfen, Strom und Gas vergleichen, haltbare Zutaten im Angebot kaufen
Anfang NovemberWunschliste an Großeltern und Verwandte schicken, Gruppengeschenke absprechen
Mitte NovemberAdventskalender befüllen, Gutscheine schreiben, Fotobuch bei Aktionspreisen bestellen
Ende NovemberPakete verschicken, Geschenke einpacken, Restbudget prüfen
DezemberMenü planen, gemeinsam backen und basteln, Gutscheine einlösen

Häufige Fragen

Wie viel Geld sollte ich pro Kind für Weihnachten einplanen?

Es gibt keinen richtigen Betrag. Statistisch geben Familien mit Kindern in Deutschland pro Person zwischen 260 und 500 Euro für Geschenke aus, je nach Studie. Sinnvoller als ein Durchschnittswert ist die Frage, welche Summe ihr bis Dezember ansparen könnt, ohne im Januar ein Loch zu haben. Diese Zahl ist die richtige.

Merken Kinder, wenn weniger Geschenke unter dem Baum liegen?

Sie merken vor allem eure Stimmung. Studien zum Spielverhalten zeigen sogar, dass Kinder mit weniger Auswahl länger und intensiver spielen. Entscheidend ist, dass die Geschenke zum Kind passen und dass genug Zeit für das gemeinsame Auspacken und Ausprobieren bleibt.

Wie gehe ich mit Großeltern um, die zu viel schenken?

Früh und konkret. Eine gemeinsame Wunschliste im November, ein Vorschlag für ein Gruppengeschenk und der ehrliche Hinweis, dass in der Wohnung wenig Platz ist, wirken deutlich besser als eine Bitte im Dezember. Viele Großeltern sind für einen Vorschlag dankbar, weil sie selbst unsicher sind.

Lohnt sich ein selbst befüllter Adventskalender wirklich?

Finanziell fast immer. Ein gekaufter Spielzeugkalender liegt je nach Marke bei 25 bis 60 Euro, ein selbst befüllter Kalender kommt mit Gutscheintürchen häufig auf die Hälfte oder weniger. Dazu kommt, dass der Inhalt zum Kind passt und die Verpackung jedes Jahr wieder genutzt werden kann.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Geschenkekauf?

Für Gebrauchtes zwischen Januar und September, für Neuware die Aktionswochen im November. Der Dezember ist der teuerste Monat, weil Angebot und Zeitdruck gegen dich arbeiten.

Fazit: Weihnachten wird nicht durch Geld schön

Wenn ich unsere Weihnachtsfeste der letzten Jahre nebeneinanderlege, dann hat das teuerste nicht das schönste ergeben. Was hängen geblieben ist, sind der Nachmittag mit den selbst gebastelten Sternen, das Gutscheintürchen mit der Schlittenfahrt und das eine Spiel, das wir zwischen den Jahren zwanzig Mal gespielt haben.

Fang deshalb nicht bei den Geschenken an, sondern beim Budget. Leg die Summe fest, teile sie auf, park sie auf einem eigenen Konto und plane rückwärts. Danach entscheidest du entspannt, wo dir etwas wichtig ist und wo nicht. Genau darin liegt der Unterschied zwischen sparen und verzichten.

Wenn du mit einem einzigen Schritt starten möchtest, nimm dir heute zwanzig Minuten und schreib die Liste der versteckten Kostenpunkte aus Schritt 2 für eure Familie auf. Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere, und sie kostet nichts außer einem Stift.

1 Kommentar zu „Weihnachten mit Kindern günstig gestalten: der entspannte Plan für kleine Budgets“

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